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In Beit Uri leben Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die seelischer und körperlicher Betreuung bedürfen. Jeder wird hier als individuelle Persönlichkeit anerkannt, und es werden mit viel Mühe und Liebe die persönlichen Fähigkeiten gefördert. Es wird viel Wert auf das Wecken der zum Teil sehr verborgenen Fähigkeiten der Betreuten gelegt.
Geschichte
1969 wurde Beit Uri von Devora Schick gegründet. Sie kam aus der Tschechoslowakei und ist in den 30er-Jahren aus Deutschland mit ihrem behinderten Sohn Uri ins damalige Palästina geflohen, um der Gewalt durch die Nazis zu entkommen. Als ihr Sohn starb, setzte sich Devora Schick das Ziel, ihr Leben der Pflege behinderter Kinder zu widmen, sie zu versorgen und zu pflegen. Nach langer Vorbereitung hat sie dann dieses Heim gegründet, welches zum Andenken an ihren verstorbenen Sohn seinen Namen trägt. Devora Schick, die bis zuletzt in Beit Uri lebte, verstarb 2002.
Lage
Vom Flughafen Tel Aviv fährt man ca. 100 km in nordöstlicher Richtung nach Afula. Unweit des Bergs Tabor und der Stadt Nazareth liegt Beit Uri auf einem Hügel innerhalb der Ortschaft Givat Hamoreh, was auf Hebräisch soviel wie "Hügel des Lehrers" bedeutet. Heute ist Beit Uri ein Teil der Ortschaft. 1969 war es noch eine dornenbewachsene Eselweide der naheliegenden arabischen Dörfer.
Angebote und Tätigkeiten
Neben einer heimeigenen Schule befinden sich in Beit Uri auch Werkstätten, in welchen die Zubetreuenden nach dem Schulalter weiter gefördert werden. Plastizieren, Korbflechten, einfache Schreinerarbeiten, Kerzenziehen, Weben und Gartenarbeiten zielen dabei auf eine weitere Ausbildung von Tast- und Bewegungssinn. Zudem bieten Musikunterricht, Sportunterricht und Ausdruckstanz (Eurythmie) Gelegenheit zur Förderung von Gehörsinn und Körpergefühl. Weiterhin finden zu Festen und anderen besonderen Anlässen Theateraufführungen statt, in welchen die Zubetreuenden Rollen übernehmen - Man kann auf der Bühne oftmals mehr ausdrücken als im alltäglichen Leben.
Menschen in Beit Uri
Die Zubetreuenden werden durch das Wohlfahrtsamt zugewiesen und oft fehlt der Kontakt zum Elternhaus. Es sind ca. 80 Zubetreuende im Alter von 5 - 45 Jahren. Davon sind die Hälfte Schulkinder, die anderen arbeiten in den Werkstätten. Es gibt 5 Wohngruppen für unterschiedliche Anforderungen. Es gibt 5 Klassen und eine Kleinkind-Gruppe. Ca. 80 Menschen arbeiten im Heim, von denen einige auch dort wohnen. Zusätzlich kommen immer wieder junge Menschen aus Europa, um für eine Zeit mitzuhelfen. Devora Schick, die das Heim ja gegründet hat, hat von Anbeginn Wert darauf gelegt, daß zwischen allen ein gutes Verhältnis besteht und die individuelle Religionszugehörigkeit keine Rolle spielt. Für sie war der Mensch mit einer guten Gesinnung wichtig, nichts anderes. In der Verständigung zwischen den Menschen sah sie die Aufgabe für die Zukunft. |
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